BA „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ an der SRH Hochschule Heidelberg



Seit dem Wintersemester 2009/2010 bietet die SRH Hochschule Heidelberg einen Bachelor-Studiengang der Kindheitspädagogik an. 

Der Studiengang ist interdisziplinär aufgebaut, in dem eine breitgefächerte theoretische Wissensgrundlage und deren praktische Relevanz und Umsetzung im Betreuungsalltag effektiv und anregend vermittelt werden. Eine professionalisierte und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse integrierende frühkindliche Förderung spielt eine herausragende Rolle auch schon in der frühen Kindheit. Sie legt den Grundstein für alle wesentlichen sozialen und kognitiven Kompetenzen, die für weitere Bildungsprozesse, vor allem auch für Bildungsoffenheit und Bildungsmotivation, notwendig sind. Die Erziehung, Bildung und Förderung von Kindern steht und fällt mit der Qualität der Ausbildung, des Studiums und der praktischen Erfahrung derjenigen, die die Erziehungsaufgaben zu leisten haben.

Ressourcen aktivieren und auf Prävention setzen: Eine frühe und professionelle Förderung von Kindern verbessert auch ihre allgemeinen

 

Entwicklungsmöglichkeiten. Vor dem Hintergrund des aktuellen gesellschaftlichen Wandels und der Vielfalt von Lebenslagen und Lebenswegen ist es wichtiger denn je, Bildungsprozesse bei Kindern anzu­regen und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. So können durch die Arbeit von Kindheitspädagogen auch frühzeitig soziale Probleme erkannt, Benachteiligung aufgefangen und die Gesundheit von Kindern verbes­sert werden.



 

Profil durch eine hohe Handlungskompetenz

Der Praxisbezug ist ein wesentliches Element des Studiums an der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg. Das erworbene Wissen wird in Fallbeispielen, Projekt- und Grup­penarbeiten vertieft. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis vermittelt eine hohe Handlungskompetenz und bereitet die Studierende optimal auf das Berufsleben vor. Damit die Studierenden bereits während Ihres Studiums die Komplexität des pädagogischen Handelns mit Kindern und Ihren Familien kennenlernen, gehört ein halbjähriges Berufspraktikum zum festen Bestandteil des Studiengangs.



Praktikumsanteile und Praktikumsphasen:



  • Praxisanteile in den Modulen, die je nach Gestaltungsrahmen als Übungen und Projekte im Unterricht und/oder in den Bildungseinrichtungen durchgeführt werden;
  • Exkursionen in die Einrichtungen zukünftiger Berufsfelder;
  • regelmäßiger Austausch mit den Referenten aus der Praxis in Form von Gastvorträgen im regulären Unterricht;
  • praxisbezogene Projekte und praktisches Üben als konstante Elemente des Unterrichts;
  • 6monatiges Praktikum im vierten Semester am Ende des zweiten Studienjahres;
  • 10wöchiges Praxisprojekt, in dessen Rahmen ein Forschungsvorhaben von Studierenden in Kooperation mit einer Einrichtung geplant, durchgeführt und ausgewertet wird.



Das neue Studienmodell ab Oktober 2012



Ab Oktober 2012 beginnt die SRH Hochschule Heidelberg mit dem neuen Studienmodel. Im Vordergrund stehen zwei zentrale Aspekte: die Kompetenzbildung von Studierenden als primäres Ziel einer Bologna-Hochschule und die Ausrichtung von Lernzielen, Lehrveranstaltungen und Prüfungsformen auf die Anforderungen im späteren Berufsleben.



Dies erreichen wir durch:

  • konsequente Umsetzung des Kompetenzmodells
  • aktivierende Lehr- und Lernmethoden
  • themenzentrierte 5-Wochen-Blöcke
  • kompetenzorientierte Prüfungsformen
  • intensive fachliche, organisatorische und persönliche Betreuung.



 

Kompetenzmodell

Das Kompetenzmodell schließt nicht nur den Erwerb des Wissens ein, sondern schafft die günstigen Rahmenbedingungen für die Entfaltung des individuellen Potentials. Die für die zukünftigen Berufsfelder geforderte Handlungskompetenz wird erreicht durch:



  • Fachkompetenz. Es wird gelernt, das erworbene Wissen zu reproduzieren und zu verknüpfen, Zusammenhänge zu erkennen, die Fachsprache zu beherrschen und wichtige Theorien zu verstehen.
  • Methodenkompetenz. Sie befähigt dazu, situationsgerecht effiziente Strategien und Arbeitstechniken anzuwenden.
  • Selbstkompetenz. Durch Eigenreflexion verbessern Studierende stetig Ihr Handeln und Ihre Leistungsbereitschaft.
  • Sozialkompetenz. Die Studierenden lernen Ihr Wissen Anderen zur Verfü­gung zu stellen und im Gegenzug Erfahrungen und Lösungen Anderer in Ihre Arbeit mit einzubeziehen.



Das Studienjahr gliedert sich im neuen Studienmodel in acht 5-Wochen-Blöcke. Über das gesamte Studium bauen diese Blöcke inhaltlich aufeinander auf. Neben der Vermittlung der fachlichen Inhalte steht der Erwerb von Problemlösungskompetenz in praktischen und praxisnahen Aufgabenstellungen im Zentrum der Lehre. 



Studienbereiche mit inhaltlichen Schwerpunkten / Modulgruppen

 

Modulgruppe 1: Fachwissenschaften Bildung und Erziehung in der Kindheit

Die Module der Modulgruppe 1 dienen der Vermittlung grundlegender pädagogischer, psychologischer und medizinischer Konzepte, die für die Arbeit in der BEK relevant sind. Es werden die Entwicklungsverläufe und -stadien von Kindern zu verschiedenen Zeitpunkten und unter verschiedenen Aspekten betrachtet, um die Studierenden für die entsprechenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben, zu sensibilisieren. Darüber hinaus werden Beobachtungs-, Dokumentations- und Beurteilungsverfahren für kindliche Entwicklungsverläufe vermittelt.



Modulgruppe 2: Kommunikation und Interaktion

Kommunikation und Interaktion sind Grundbausteine jeglicher zwischenmenschlicher Handlungen und Begegnungen. Ihre Prinzipien, Mechanismen und Wirkungsweisen zu kennen und reflektiert umsetzen zu können, ist besonders in der pädagogischen Arbeit mit Kindern, Eltern und der Öffentlichkeit, unverzichtbar. Die Modulgruppe 2 dient daher im Schwerpunkt der Vermittlung von grundlegenden Kommunikations- und Interaktionskompetenzen.

 

Modulgruppe 3: Bildungsbereiche

Neben der Vermittlung fachdidaktisch-methodischer Kompetenzen in den verschiedenen Bildungsbereichen liegt das Augenmerk der Modulgruppe 3 auf dem Konzept ganzheitlicher Bildung von Kindern. Die Studierenden lernen, ganzheitliche Bildungsprogramme zu entwickeln und in den Einrichtungen der BEK umzusetzen. Auch die Möglichkeiten und Formen der Elternarbeit spielen in dieser Modulgruppe eine wichtige Rolle.

 

Modulgruppe 4: Individuen und Gruppen in ihrer Lebenswelt

Institutionen der BEK sind Teilbereiche einer komplexen Struktur, wie beispielsweise dem Gemeinwesen. Die Modulgruppe 4 dient daher der Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit diesen Strukturen (z.B. Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit, Elternpartizipation). Zudem geht es um die Arbeit mit und in Gruppen, um die Vermittlung von Sozialkompetenz sowie um Gewaltprävention.



Modulgruppe 5: Recht und Ökonomie

Die Module der Modulgruppe 5 dienen der Vermittlung der für die Arbeit in der BEK relevanten grundlegenden rechtlichen Kenntnisse sowie des für die Leitung von Einrichtungen der BEK erforderlichen betriebswirtschaftlichen Grundlagenwissens.



Modulgruppe 6: Wissenschaft und Praxis

Im Rahmen der Modulgruppe 6 werden den Studierenden Fähigkeiten und Fertigkeiten auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens vermittelt. Besonderer Wert wird in diesen Modulen darauf gelegt, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, den Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Praxis zu erfahren und zu erproben. Dadurch sollen die Studierenden im Verlaufe des Studiums zunehmend einen selbstständig forschenden Habitus ausbilden.

Die unten stehende Tabelle zeigt die Modulgruppen mit den dazugehörigen Modulen und den einzelnen Lehrveranstaltungen. In Klammern sind die Credit-Punkte (CP) angegeben.

 

Tabelle
Modulgruppen, Lehrveranstaltungen und Übersicht der Credit-Punkte (CP)
SGH_Heidelberg_Modulgruppen_Download.pdf
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Organisatorisches und Zeitliches im Bachelor-Studiengang

 

„Bildung und Erziehung in der Kindheit“ auf einen Blick 

 

Regelstudiendauer:  3 Jahre im Vollzeitstudium (davon ein sechsmonatiges Praktikum im In- oder Ausland) 

 

Studienbeginn: Jährlich zum 1. Februar und 1. Oktober

 

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder eine gleich­wertige Hochschulzugangsberechtigung; erfolgreiche Teilnahme am hochschuleigenen Auswahlverfahren 



Abschluss: International anerkannter Bachelor of Arts; Anerkennung als akademische Fachkraft im Sinne des baden­württembergischen Kindertagesbetreuungsgesetzes 




Studiengangsleitung: Prof. Dr. Nataliya Soultanian

 

Weitere Informationen unter

 

http://www.fh-heidelberg.de/de/studium/bachelorstudium/bildung-und-erziehung-in-der-kindheit/