Forschungsprojekte an der PH Schwäbisch Gmünd

 

Laufende (Drittmittel)-Projekte

Der Weg zum Bildungs- und Familienzentrum Hardt. Indikatoren zur Entwicklung einer sozialräumlich orientierten pädagogischen Qualität am Beispiel des Projektes Orte der Integration im Quartier

 

Projektzeitraum: Januar 2012 bis April 2014

Projektleitung: Prof. Dr. Dagmar Kasüschke

 

Im Rahmen des Projekts wird von der PH Schwäbisch Gmünd die Pilotstudie „Der Weg zum Bildungs- und Familienzentrum Hardt. Indikatoren einer Prozess- und Ergebnisevaluation als Maßnahmen zur Entwicklung und Sicherung einer sozialräumlich orientierten pädagogischen Qualität“ entwickelt und durchgeführt.

Sozialraumorientierung heißt in diesem Kontext,

  • Sozialraumanalyse: Auseinandersetzung mit den sozialstatistischen Daten, den räumlichen Bedingungen und der sozialen Infrastruktur eines Stadtteils
  • Sozialraumpädagogik: Institutionelle und pädagogisch-inhaltliche Konsequenzen
  • Zusammenarbeit mit den Akteuren: Bedarfsorientierung
  • Sozialraumpolitik: Partizipation und Mitgestaltung bei der sozialen und pädagogischen Infrastruktur/ Engagement im Stadtteil

 

 

Wissenschaftliche Begleitforschung der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg; Teilprojekt 3: Sozialraumanalyse

 

Als Akteur unter veränderten Bedingungen müssen sich Gemeinschaftsschulen in ihr jeweiliges regionales Umfeld einfügen. Gleichzeitig bemisst sich ihr Erfolg daran, dass sie eben keine homogenen Lern- und Entwicklungs­milieus herausbilden. Sie brauchen die Akzeptanz und Unterstützung durch Eltern und andere regionale Akteure und Bezugspersonen mehr als herkömmliche Schulformen. Eine große Herausforderung für Gemeinschaftsschulen wird daher sein, sich zum sozialen Nahraum zu öffnen (Rauschenbach 2009; Ditton 2009; Zymek 2010).

Der genaue Blick auf ihre sozialräumliche Einbettung erweitert die alltagsnahe Begleitforschung um mögliche weitere Erfolgsfaktoren für die neuen Gemeinschaftsschulen Baden-Württembergs. In diesem Teilprojekt fragen wir daher, wie institutionelle Akteure (andere Schulen, Kommune, Bürgerschaft, Wirtschaft etc.) auf Entwicklungen an dieser Schule reagieren und wie sich die Sicht von Eltern auf die neue Schulform entwickelt.

Projektzeitraum: Februar 2013 bis März 2016

Projektleitung: Universität Tübingen

Teil-Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Immerfall/Prof. Dr. Dagmar Kasüschke

 

Alltagsintegrierte Unterstützung der Sprachentwicklung von Kindern unter drei Jahren durch video-basierte kollegiale Beratung

 

Mittlerweile liegen empirische Erkenntnisse darüber vor, dass eine alltagsintegrierte Sprachunterstützung durch Fachkräfte erfolgreicher die Sprachentwicklung von Kindern unterstützt als separierende Maßnahmen. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend, bieten verschiedene Träger Qualifizierungsmaßnahmen für Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen im Bereich Sprache an, so z.B. auch im Zertifikatsstudiengang Sprachpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

Die Hauptzielgruppe vieler Sprachförderkonzepte sind Kinder im Vorschulalter. In den wenigsten Programmen werden Kinder unter drei Jahren mitgedacht. Dies ist insofern von besonderer Bedeutung, weil gerade in den ersten zwei Lebensjahren grundlegende sprachliche Kompetenzen angelegt werden.

Gleichzeitig gibt es neben verschiedenen sonderfinanzierten Maßnahmen noch keine Konzepte und Methoden der flächendeckenden Multiplikation des Wissens und Könnens der Sprachförderkräfte in die Einrichtungen.

Das vorliegende Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, hier, mithilfe einer Vorstudie, ein Modell der Entwicklung eines alltagsintegrierten Konzeptes der Sprachunterstützung von Kindern unter drei Jahren durch Einsatz der zertifizierten Sprachförderkolleginnen als Multiplikatoren, zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren.

Projektzeitraum: Dezember 2012 bis Dezember 2013

Projektleitung: Prof. Dr. Dagmar Kasüschke

 

 

Dissertationsprojekte

 

Christine Waldenmaier

"Zur Engagiertheit von Kindern beim Experimentieren.“  Wie wirken sich unterschiedliche methodische Ansätze beim naturwissenschaftlichen Experimentieren auf die Engagiertheit von Kindern aus.

 

Engagiertheit ist ein Ausdruck für innere Beteiligung, für intensive Aktivität, für intrinsische Motivation und Fokussiertheit auf den Gegenstand des Interesses (Laevers, 1997, 9 ff.). Während Motivation nicht direkt beobachtet werden kann (vgl. Barth, 2010, 107ff.), erfasst das Konstrukt der Engagiertheit Verhaltensäußerungen und Elemente der Unterrichtsinter-aktion, die beobachtbar sind. Es umfasst mehrere Teilaspekte wie den Grad an Konzentration und Aufmerksamkeit, körperliche ‚Energie’ (wie z. B. Anstrengung, Schwitzen, rote Wangen), die Ausdauer, Genauigkeit, Reaktionsbereitschaft und Zufriedenheit der Kinder. Zeichen für den Grad an Engagiertheit sind auch spontane verbale Äußerungen oder Laute wie Summen und Singen. Damit ein Kind als engagiert bzw. innerlich beteiligt gilt, müssen nicht alle Signale gleichzeitig auftreten. 

Unseren Untersuchungen liegt, ausgehend von der Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Deci und Ryan (1993), u. a. die Hypothese zugrunde, dass bei einem höheren Grad an Selbstbestimmung ein höherer Grad an Engagiertheit zu beobachten sein müsste. 

Im Rahmen einer Feldstudie wird untersucht, ob bzw. inwiefern Unterschiede bezüglich der Engagiertheit der Kinder in Hinblick auf den Öffnungsgrad des Angebots feststellbar sind. Die Leuvener Engagiertheitsskala (LES-K, Laevers, 1997) wird als Erhebungs-instrument verwendet. 

 

 

Bärbel Amerein

„Förderung des Selbstzugangs und der Berufswahlsicherheit im schulischen Kontext mit Hilfe eines Selbstkompetenz- und Strategietrainings für Haupt- und Realschüler.“

 

Aufgrund der heutigen Konkurrenz und Wettbewerbsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt, spielen persönliche Kompetenzen eine immer wichtigere Rolle. In diesem Zusammenhang wird auch die Notwendigkeit und Aktualität von Fördermaßnahmen zur Unterstützung des Selbstkonzeptes in der westlichen Gesellschaft betont. Dennoch wurde bis heute keine Maßnahme für Jugendlichen entwickelt, welche diese Kompetenzen gezielt fördert und für Haupt- und Realschüler geeignet ist. Ausgehend von der praktischen Relevanz selbst- und berufsbezogener Kompetenzen für Jugendliche, war das Bestreben diesem Interventionsmangel entgegenzuwirken und ein Trainingshandbuch für die zielgruppenspezifische Durchführung zu entwickeln. Mit Hilfe des Programms soll die Aufmerksamkeit der Jugendlichen für die Wahrnehmung ihrer eigenen Fähigkeiten und individuellen Möglichkeiten gestärkt sowie ihre Handlungskompetenzen gefördert werden. Darüber hinaus soll die Motivation der Schüler im Berufswahlprozess und beim Entscheidungsengagement unterstützt werden.

Die Zielpopulation des Trainingsprogramms bilden die Schüler der Klassen 8 der Hauptschulen sowie die 9. Klassen der Realschulen.

Im Rahmen des Projekts wurde das Trainingsprogramm in mehreren Phasen entwickelt und erprobt.

Die, der hiermit erwähnten Dissertation, zu Grunde liegenden Hauptkonstrukte sind der Selbstzugang sowie die Berufswahlsicherheit.

Berufswahlsicherheit wird als ein Set von Basiskompetenzen und Standards verstanden, welche eine ganzheitliche Berufsorientierung ermöglichen und mit der individuellen Persönlichkeit kongruent sind. Voraussetzung dafür ist die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit ihrem eigenen Selbst, wofür der Selbstzugang unabdingbar ist.

 

Beide Konstrukte, der Selbstzugang sowie die Berufswahlsicherheit werden anhand eines Datensatzes, welcher aus der Durchführung des Trainings mit etwa 530 Haupt- und Realschülern resultiert quantitativ und qualitativ evaluiert. In einer quasiexperimentellen Interventionsstudie im Versuchsgruppen-Kontrollgruppendesign mit vier Messzeitpunkten werden die Variablen mittels Fragebogen sowie schriftlicher anonymer Schüler- und Lehrerrückmeldung erhoben. Neben dem Kompetenzzuwachs hinsichtlich beider angesprochenen theoretischen Hintergründe wird erwartet, dass ein positiver Selbstzugang die Berufswahlsicherheit günstig beeinflusst.